Aktivismus auf dem 32c3

32c3_logoVom 27. Dezember bis zum 30. Dezember haben Vertreter des Bündnis Privatsphäre Leipzig am 32. Chaos-Communication Congress (32c3) teilgenommen. Dort haben wir uns mit bundesweit engagierten Aktivst*Innen getroffen und über den weiteren Austausch und unsere Vernetzung diskutiert.

Mit #StopWatchingUs Köln und #wastun gegen Überwachung Berlin haben wir auf unser gemeinsame Kampagne „Verfolgungsprofile“ hingewiesen. Wir wollen eine breite Debatte zu Chancen aberinsbesondere zu den Risiken von Persönlichkeitsprofile anregen, die durch BigData-Analysen aus alltäglich anfallenden Daten gewonnene werden.

Der 32c3 bot eine Vielzahl von sehenswerten Vorträgen (Talks) und wertvollen Workshops (Self-Organized-Sessions) an. Diese und die guten Gespräche mit einzelnen Mitstreiter*innen der CryptoParty-“Gemeinde“ haben uns reichlich Anregungen und Ideen zu Verbesserung unserer eigenen CryptoParties geliefert, deren Umsetzung nun startet.

Netzpolitik.org hatte bereits im Vorfeld netzpolitisch interessante Vorträge empfohlen. Einen Schwerpunkt auf dem diesjährigen Kongress bildete die Betrachtung der Modellbildungen und Prognosefähigkeiten von Algorithmen in BigData. Dabei zeigte sich, dass deren Anwendung weder frei von Diskriminierung ist (social sorting) noch dass die Formung sozialer Graphen (Shaping) auf zivile Nutzung beschränkt bleibt – was schon problematisch genug wäre – sondern schon heute Verwendung in militärischen Doktrinen findet (etwa bei der Bestimmung von Drohnenzielen).

Unterdessen wurden erste Ergebnisse wissenschaftlicher Studien zu den Snowden-Enthüllungen vorgelegt, bei der einerseits deren Darstellung in den Medien andererseits auch die Reaktion von Aktivist*Innen und Vertretern von Minderheiten untersucht wurden.

Mit der Kampagne Intellexit stelle das Berliner Peng! Collective eine gleichermaßen ernste wie humorvolle Aktionsform vor, und zeigte damit, dass die Betonung von Risiken bei der Problematisierung der Arbeit von Nachrichtendiensten nicht der einzige Weg sein muss, damit umzugehen.

Die Videoaufzeichnung des Streaming der Vorträge können beim Chaos Computer Club oder bei YouTube abgerufen werden.

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