CryptoCon15

CryptoCon15_Logo_transparentVom 7. bis 10. Mai 2015 lädt der Leipziger Hackerspace sublab e. V. zur CryptoCon15 ins Westwerk ein. Die jährliche Veranstaltung findet bereits zum dritten Mal statt, in diesem Jahr auch in Kooperation mit dem Bündnis Privatsphäre Leipzig. Im Fokus stehen vier Tage lang Kryptografie, praktische Verschlüsselung, dezentrale Kommunikationsstrukturen, Rechts- und Regulierungsfragen in der digitalen Gesellschaft, Datenschutz und Privatsphäre, offene Hardware, Hacktivism, Angriffszenarien auf IT- und Kommunikationssysteme sowie Sicherheitslösungen und -protokolle. Das aktuelle Programm findet sich auf der Seite der CryptoCon15.

Mit den folgende Veranstaltungen tragen wir zur CryptoCon15 bei und wollen sie daher kurz vorstellen:

Überwachung. Die lange Filmnacht.

8. 5. 2015, 19:00 bis 01:00 Uhr, Cinending, Karl-Heine-Straße 83, 04229 Leipzig Eine Kooperation von Bündnis Privatsphäre Leipzig e. V. und Landesfilmdienst Sachsen e. V.

Wir zeigen:

  • Brazil (1985), Beginn 19.00 Uhr
  • V wie Vendetta (2005), Beginn 21.30 Uhr
  • M – Eine Stadt sucht einen Mörder (1931), Beginn 0.00 Uhr

Eintrittspreis für das Gesamtpaket: 5,00 EUR

Nicht erst seit Edward Snowden beschäftigt »Überwachung« Künstler, Philosophen und Aktivist*Innen gleichermaßen. Zu diesem Thema laden wir mit drei ausgewählten Filmen ein. Wir starten den Abend mit »Brazil«, einem kafkaesken Zukunftsentwurf, in dem Überwachung Alltag ist. »V wie Vendetta« wirft in der Folge Fragen zu Ohnmacht und Mündigkeit in einer total überwachten Gesellschaft auf. Und schließlich blicken wir mit »M – Eine Stadt sucht einen Mörder« auf die Schattenseiten eines Sicherheitsapparates und dessen zweifelhafte Kooperationen.

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Internet Governance: Wer regiert das Internet?

9. 5. 2015, 14.00 Uhr
in Kooperation mit dem Mitteldeutschen Internetforum des Medienstadt Leipzig e. V.

»Internet Governance« und »multistakeholder« sind aktuell die Schlagworte wenn es um Fragen der Internetregulierung geht. Regulierung?? Internet?? Ist das nicht ein Widerspruch in sich? Welche Regulierungsnotwendigkeiten und –mechanismen es derzeit rund um das World Wide Web gibt, wie gut sie funktionieren und welche Herausforderungen es gibt soll der 30 minütige Impulsvortrag klären. Wer mehr mit den Akronymen ICANN, IGF, IETF, ITU u.ä. vertraut ist oder mehr darüber erfahren möchte sollte diesen Vortrag besuchen.
Der Leipziger Prof. Wolfgang Kleinwächter – ICANN Direktor, Lehrbeauftragter der Universität Aarhus und international anerkannter Experte – wird in einem kurzweiligen Vortrag Aufschluss geben und Fragen beantworten.

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Das Recht auf Vergessenwerden

9. 5. 2015, 17.00 Uhr
in Kooperation mit dem Mitteldeutschen Internetforum des Medienstadt Leipzig e. V.

Nach Wikipedia soll das Recht auf Vergessenwerden » … sicherstellen, dass digitale Informationen mit einem Personenbezug nicht dauerhaft zur Verfügung stehen. Das Recht auf Vergessenwerden wird zuweilen verkürzt und unrichtig als »Recht auf Vergessen« bezeichnet. Weil sich das Recht auf elektronisch gespeicherte Daten bezieht, spricht man auch vom »digitalen Radiergummi«.
Der Begriff des Rechts auf Vergessenwerden geht auf den Rechts- und Politikwissenschaftler Viktor Mayer-Schönberger zurück. Er schlägt vor, elektronisch gespeicherte Informationen mit einem Ablaufs- oder Verfallsdatum auszustatten. Nach Ablauf dieses Datums soll die Information durch ein Programm oder das Betriebssystem des Computers automatisch gelöscht werden.«
Spätestens seit dem Urteil des Europäischen Gerichtshofs (EuGH) auf die Klage eines spanischen Bürgers, der eine 15 Jahre zurück liegende Geschichte im Internet unauffindbar machen wollte, ist Bewegung in die Diskussion gekommen. Der EuGH entschied auf Grundlage der Richtlinie 95/46/EG der Kommission dass unter bestimmten Voraussetzungen Verweise zu personenbezogenen Daten auf den Ergebnislisten der Suchmaschinen gelöscht werden können. Die letztendliche Entscheidung über die Löschung der Verweise (Links) überließ er dabei den Suchmaschinenanbietern selbst und gab ihnen damit eine Verantwortung über die verbreiteten Inhalte. Dies entspricht jedoch nicht dem originären Geschäftsmodell der Suchmaschinenanbieter und der Einsatz bzw. die Verantwortung von sogenannten »Lösch-Beiräten« ist mit vielen Fragen belegt.

Dieser und weiteren Fragen will die Podiumsdiskussion auf den Grund gehen für die folgende Diskutanten eingeladen sind:

  • Dr. Nikolai Horn, Philosoph und wissenschaftlicher Referent der Stiftung Datenschutz
  • Andreas Schurig, Sächsischer Datenschutzbeauftragter
  • Thoralf Schwanitz, Google Public Policy & Government Relations Counsel
  • Lorena Jaume-Palasí, Politologin, Privatheit- und Öffentlichkeitsethik, LMU
  • Moderation: Sandra Hoferichter; Medienstadt Leipzig e. V.

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Vortrag Überwachungskapitalismus

10. 5. 2015, 19.00 Uhr

In den deutschen Feuilletons wird das Geschäftsmodel der Technologieriesen Google und Facebook häufig heftig kritisiert. Zweifelsohne ist die enorme Steigerung der Umsätze von 0,4 auf 66 Milliarden USD in nur zwölf Jahren bemerkenswert.
Wir laden sie herzlich ein, mit uns einen Blick durch das Schlüsselloch auf die Logiken hinter diesen erfolgreichen Geschäftsmodellen zu werfen, welche einen wesentlichen wirtschaftlichen Faktor der Digitalisierung darstellen. Dafür soll der Begriffs des ›Überwachungskapitalismus‹ nach Shoshana Zuboff als Vorschlag für einen theoretischen Zugang erläutert und angeboten werden.
Anhand praxisbezogener Beispiele werden zudem mögliche Konsequenzen dieses Kommerzialisierungsprozesses (Kommodifizierung) skizziert. Mit einem Ausblick auf das Spannungsfeld von Demokratie und Marktwirtschaft und die sich potentiell ergebenden Macht- und Kontrollstrukturen für den Einzelnen und die Gesellschaft (Public/Private-Partnerships) wollen wir in eine lebhafte Diskussion einsteigen.

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